Staffel 3 | Folge 1: Simulation und KI-generierte Vorhersage
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zur dritten Staffel von ERP-Inside der FH Kuhstein-Tirol.
00:00:05: In dieser Staffel werfen wir einen Blick auf die spannendsten Entwicklungen rund um ERP Systeme.
00:00:11: Wir, Benedikt Paasch und
00:00:14: Lisa Flixeder
00:00:15: bei der Alumni-Einrichtung des ERP Masterstudiengangs an der Fh Kuhsteintirol sind eure Hostes.
00:00:22: ERP systemen verändern sich!
00:00:24: Sie sollen nicht nur verwalten sondern vorausschauend agieren.
00:00:28: Simulation und KI-gestützte vorhersagen eröffnen neue Wege, gerade in der Logistikplanung.
00:00:35: Unser heutiger Gast ist jemand, der sich diesen Thema verschrieben hat – Professor Dr.
00:00:40: Carlo Simon von der Hochschule Worms als Experte für Prozessmanagement, Simulation & künstliche Intelligenz und heute bei uns auch im ERP Kontext!
00:00:51: Mit dem Process Simulation Center einer einzigartigen Webapp basiert auf Petrinetzen hatte ein Werkzeug geschaffen, das Prozesse sichtbar, berechenbar und optimierbar macht.
00:01:02: Schritt für Schritt – zu dynamisch wie die Realität selbst!
00:01:06: Bei der diesjährigen ERB-Fachtagung sprach Professor Simon über Simulation & KI Generierte Vorhersage.
00:01:14: Logistikprozesse planen Ein hochaktuelles Thema, dass wir heute aufgreifen und vertiefen.
00:01:21: Herr Professor Simon, schön dass Sie mit dabei sind.
00:01:24: Können Sie sich einmal kurz bei unseren Zuhörerinnen und Zuhören vorstellen?
00:01:28: Herzlichen Dank für die Einladung!
00:01:30: Ja seit zehn Jahren bin ich jetzt mittlerweile an der Hochschule Worms, Professor von Wirtschaftsinformatik beschäftige mich wie genannt den hauptsächlichen mit dem Bereich Prozess Modellierung und Simulation Und das aber nicht nur für Logistikprozesse sondern auch in administrativen Prozessen.
00:01:45: Wie kann man da die Abläufe besser gestalten?
00:01:47: davor war ich acht Jahre lang an der privaten Hochschule direkt am Industriepark höchst, einem der größten Industrieparke der Welt.
00:01:54: War da auch Professor für Wirtschaftsinformatik, Dekan und auch am Ende Vizepräsident der Hochschulen und hatte gleichzeitig Gelegenheit ganz viele Abläufe in diesem Industrie Park zu beobachten, zu optimieren und auch Strategieentscheidungen damit zu begleiten.
00:02:08: Heute sprechen Sie ja in der RP-Fachtagung über das Thema Simulation und KI generierte Vorhersage in der Logistikplanung.
00:02:17: Was ist der größte Umbruch, den KI in diesem Bereich mitbringt?
00:02:23: Ich bin auf das Thema gestoßen zusammen mit Praktikern.
00:02:27: Die haben mich mit einer Frage konfrontiert die ich erst mal nicht beantworten konnte und das passiert mir nicht oft dass ich erstmal sprachlos bin.
00:02:33: Und ich hatte einen Simulationsmodell gemacht für Abläufe im großen Logistikkbereich.
00:02:38: Wir konnten Engpässe aufzeigen wir konnten Optimierungspotenziale aufzeige Und dann sagt mir einer der Verantwortlichen, der sehr viel Erfahrung hat mit Logistik.
00:02:47: Aber mit deiner Simulakanktion kann es mir nicht vorher sagen, meine nächste Woche meine Lkw zu spät
00:02:51: kommen.".
00:02:51: Und diese Frage fand ich so faszinierend und sie habe mich eine ganze Weile beschäftigt!
00:02:56: Ich bin dann irgendwann mit dem Zunahme von KI-Themen darauf gestoßen, dass man natürlich irgendwelche Wege fehlen muss um diesen Business Need beantworten.
00:03:07: So ist es zunächst einmal zu dieser KI-Thematik in diesem Kontext gekommen.
00:03:10: Wo sehen Sie die spannendsten Anwendungsfelder von KI?
00:03:14: vielleicht im Logistikbereich in einem Unternehmen?
00:03:18: Also jeder Logistiker weiß, dass wenn man beispielsweise ein Produktionsplan macht oder einen Logistikklan macht.
00:03:23: Dass der eigentlich in dem Augenblick veraltet ist wo er aus der mathematischen Maschine rauskommt weil er dann auf die Realität trifft und das ist allen Leuten bekannt und keiner sucht bislang nach einer Antwort darauf.
00:03:36: aber die Antwort liegt vielleicht genau in dem Einsatz von KI.
00:03:39: Wenn die Daten, die wir in die Simulation reinstecken nicht unsere aktuellen Planungsdaten sind sondern die zu erwartenden Zukunftsdaten und des Vergangenheitswissens das wir haben dann könnten wir ganz anders planen und können vielleicht auch besser planen.
00:03:51: Die Zukunft kann man ja oftmals schwer vorhersagen und ich denke sie auch.
00:03:57: KI kann es dann vorher sagen.
00:03:58: also eigentlich man kennt alle Parameter der Welt und alle Konstellationen.
00:04:04: keine Ahnung, so ist Kanal.
00:04:06: Alle Themen die da rauf kommen kennt man.
00:04:09: jedes Feuer, jedes Hochwasser jede politische Situation in jedem Land kann man in der Supply Chain vorher sagen aber man kennt sie aktuell und kann das dann in eine KI klopfen?
00:04:24: Und die sagt mir dann okay morgen wirst du nicht deinen Kunden beliefern können weil du gestern eine Verspätung haben wirst.
00:04:34: Also, so wie ich das jetzt verstanden habe.
00:04:37: Wie Sie das beschreiben was diese KI macht bei Ihnen?
00:04:42: Ist es der Use Case den sie da haben vor sich?
00:04:45: Ich überlege nicht in Zoos Kanal weil dessen Sperrung ist in der hundertjährigen Geschichte seines Bestehens jetzt einmal passiert.
00:04:53: Ist das ein Szenario auf dass wir uns mit computergestützter Technik vorbereiten müssen?
00:04:59: oder ist das nicht der genaue Augenblick wo wir als Menschen nachdenken müssen?
00:05:04: dass ich beispielsweise immer wieder dieselben Studenten habe, die in meine Vorlesung zu spät kommen.
00:05:08: Und so sind es immer wieder die gleichen Lieferanten, die beim Logistiker zu späht kommen.
00:05:13: Aber das wird im Augenblick nicht eingeplant und es sind diese alltägliche Dinge, die diese Unwerkbarkeiten einerseits aufbauen und uns aber andererseits durchaus bekannt sind.
00:05:25: Was für uns als Privatmenschen gilt, gilt genauso auch für Unternehmen, aber wir müssen es greifbar machen.
00:05:30: In solchen Fällen kann KI tatsächlich ein Beitrag leisten.
00:05:34: Es gibt ja dieses berühmte Zitat der beste Weg, die Zukunft zu herzusagen ist sie zu gestalten.
00:05:39: das heißt die Alternative, die man hat ist ich mache mit meinen Lieferanten solche Knebelverträge dass die sich gefälligst an diese Zeiten zu halten haben oder ansonsten müssen Sie Strafe zahlen.
00:05:48: Das ist ein Gestaltungsweg aber den kann ich nicht überall durchsetzen.
00:05:53: gerade Logistikunternehmen sind die mit einer sehr geringen Marge.
00:05:56: das heißt in Ihrem Rahmen müssen Sie Ihre Optimierung finden und da sollte man diesen KI-Weg durchaus mal ausprobieren.
00:06:02: Also man arbeitet vermutlich dann mit vielen Erwartungswerten und Wahrscheinlichkeiten in dem Zusammenhang.
00:06:09: Das ist manchmal sehr überraschend, also im Vorfeld jetzt auf diese Konferenz haben wir noch mal ein Szenario durchgespielt mit einem großen Datensatz der im Internet zur Verfügung steht.
00:06:17: Hundertsiebzig tausend Lieferungen die da abgegeben worden sind.
00:06:21: eigentlich ist dieser Datensat erfasst worden um Fraud Detections zu machen Und tatsächlich haben wir diesem Datensats einen Schatz gefunden.
00:06:29: Da gibt es nämlich den geplanten, das geplante Lieferzeit und die tatsächliche.
00:06:35: Und in diesem Datensatz können wir mit neunzig Prozent Wahrscheinlichkeit vorhersagen um wie viel eine Lieferung sich verspäten wird?
00:06:42: Und das finde ich schon sehr erstaunlich.
00:06:44: Hatte ich in dieser Dimension nicht erwartet haben wir tatsächlich vorgestern ausgerechnet.
00:06:49: Ja, sehr spannend!
00:06:51: Wenn wir jetzt zu dem Thema Process Simulation Center übergehen, können Sie uns Es war ein bisschen was dazu zu erzählen, was sie da angetrieben hat selbst aktiv zu werden um so einen Simulations-Tool zu entwickeln.
00:07:05: Ja es wurde ja schon der Begriff der Petrinnetze genannt.
00:07:07: Petrinnets ist eine Modellierungsform für dynamische Systeme.
00:07:09: erstmal ganz allgemein tatsächlich Petri auf den das Ganze zurückgeht hat es als mathematisches Konzept empfunden in der theoretischen Informatik die Grenzen von Berechenbarkeit auszuloten und es hat aber sehr praktische Anwendungen.
00:07:23: es gibt die in einer sehr einfachen Form.
00:07:25: Da flitzen wir schwarze Punkte als Informationen rum.
00:07:29: Wir machen das sehr viel ausgefallener, da sind also komplexe Datenobjekte die als Grundlage für die Simulation genutzt werden und es gibt zwei Gründe warum ich dieses Tool entwickelt habe.
00:07:40: Der erste Grund ist Ich bin fest davon überzeugt man kann Petra Netze nicht aus Büchern lernen.
00:07:45: Das sind dynamische lebendige Systeme und lebendig wird etwas in einem Buch Nicht wirklich wenn es ein mathematisches Konzept ist.
00:07:53: Das können sich zumindest die wenigsten Leute so vorstellen.
00:07:56: Und das Weite ist, nur wenn man ein Tool hat kann man das modellieren lernen und wir haben im Laufe der letzten Jahre einen kleinen Team ganz neue Modellierungstechniken und Arten wie man Dinge modelliern kann überhaupt erst mal entwickeln müssen weil ohne ein Tool kommt man überhaupt nicht zu den Modellen.
00:08:14: Jetzt haben wir immer mehr Modellierungstechnik-Pettern die man immer schneller auch anwenden kann.
00:08:20: Es fiel dazugekommen und so lässt sich beispielsweise dieses Logistikproblem von dem ich Angangs erzählt habe sehr, sehr leicht auf andere Produktionen und andere Logistikanternehmen übertragen.
00:08:29: Weißt man einmal wie man modellieren muss?
00:08:31: Kann man es auf andere Bereiche übertragen!
00:08:33: Und tatsächlich haben wir jetzt gerade in der allerletzten Woche diese Erfahrung gemacht.
00:08:39: Unser erst mal Spiele mit KI-Methoden in diesem Setting konnten wir innerhalb von zwei Wochen jetzt auf den nächsten Datensatz übertragen und das auswerten.
00:08:48: also Es geht erst mal um das Verstehen der Methoden.
00:08:51: Und der letzte Punkt ist, ich habe sehr viel von den Petrenetzern profitiert.
00:08:56: Ich hab die Petrenetzer weltweit kennengelernt.
00:08:58: Das ist einer der großen Informatikexporte aus Deutschland und muss leider beobachten, dass es in Vergessenheit gerät.
00:09:07: Und immer wieder sagen Leute warum machst du das denn überhaupt noch?
00:09:10: Es schreibt doch keiner mehr Bücher drüber!
00:09:13: Es reicht eben nicht einfach nur Bilder zu malen, um Dinge zu verbessern.
00:09:18: Das regt die Fantasie an, aber wir können auch mathematische Methoden einsetzen.
00:09:21: Da sind Petrinets ein ganz spannender Weg.
00:09:23: Warum genau Petrinet und nicht eben eine andere Prozessmodellierung wie beispielsweise EPK?
00:09:32: EPK, BPMN usw.
00:09:34: haben keine eingebaute Symantec Und um die Ausführung von Prozessen wirklich präzise berechnen zu können braucht man die Mathematik Alle anderen Methoden, die wir haben – da gibt es auch Tools zu.
00:09:45: Da kann man so etwas wie Simulation machen.
00:09:46: Die hängt aber diese Simulation davon ab, wie die Entwicklerinnen und Entwicklern das interpretiert haben nicht wie die mathematische Basis dazu aussieht.
00:09:53: Und das macht einen Unterschied!
00:09:56: Wenn Sie hier jetzt hier in Kufstein beispielsweise ein Modell entwickeln will ich das in Worms auch noch verstehen können?
00:10:01: Dafür brauchen wir eine gemeinsame auch mathematische Sprache.
00:10:04: Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung dafür dass man so was anwenden kann.
00:10:07: Alternativ dazu gäbe es noch Ansätze mit so multi-agenten System, aber das verlangt nochmal viel mehr Programmierkompetenz als dass bei der Modellierung der Fall ist.
00:10:18: Einfach zu erstellen sind die Modelle nicht da darf man sich nichts vormachen, aber es ist auch eine sehr komplexe Aussage die wir da analysieren wollen.
00:10:26: und kann man das dann für jegliche Prozesse verwenden also im Produktion Logistik aber auch administrativer Prozess oder Also gewisse administrativen Prozesse wahrscheinlich, aber nicht alle oder?
00:10:40: Letztlich kann man es genauso auch verwenden für administrative Prozese.
00:10:45: Wo wir gerade erste Szenarien auslosen sind, Prozessen in Krankenhäusern um da die Abläufe zu optimieren.
00:10:52: Da sind wir mit mehreren Partnern möglichen Partnern im Gespräch.
00:10:55: also ist es sehr vielfältig in der Anwendung und wenn man sich mal in die Petri-Netzgeschichte reinguckt gibt das tatsächlich für alle möglichen Bereiche ich.
00:11:04: Ursprünglich hat man meinen Hintergrund da drin, einfach dadurch dass das Drittmittelprojekt darüber finanziert worden ist.
00:11:11: Dass wir Steuerung für Maschinen entwickelt haben auf Basis von Petri Netzen die zuverlässig waren und wo man also die Störsituation vorhergesellen hat und ausgeschlossen hat dann in der Steuerung als ein ganz anderer Bereich war letztlich auch wiederum ein Steuern an Ablaufen einen sehr prozesshafter Gedanke.
00:11:27: Wir stellen Sie sicher verwenden, um ihre B-Trainetze dann auch zu trainieren.
00:11:33: Also die KI zu trainierend, dass sie sauber sind und strukturiert sind, um eben auch dann richtig die richtigen Ergebnisse zu erhalten.
00:11:44: Sie haben vorhin schon dieses ... Die Datenbank angesprochen mit den Hundertsiebzigtausend Datensätzen?
00:11:49: Wie stellen Sie sicher das diese Hundertsebzigtausende Datensätze denn auch geeignet für Ihren Anwendungsfall?
00:11:55: Das ist das Großprojekt, vor dem alle Kailer stehen.
00:11:58: Vorkriegen wir die Daten her und es ist ein Suchen und es is' ein Überzeugen so dass sind die beiden Dimensionen.
00:12:06: Suche ist wenn man keinen Firmenpartner hat.
00:12:08: finde ich irgendwo Datensätze Und habe ich Firmen-Partner dann gilt es darum die zu überzeugen denn KI ist meistens keine low hanging Fruit in den Bereich.
00:12:18: Ich muss viele Daten erst mal sammeln um dann die für mich relevanten identifizieren zu können Und was relevant ist und was nicht, was eine Wirkung hat oder nicht weiß man vorher nicht so genau.
00:12:31: Von daher muss man es erst mal viel sammeln und da gilt's Überzeugungsarbeits zu leisten.
00:12:37: Er lebt aber dass er sich eigentlich mit diesen Chat-GPT Gedanken vor einmal so eine KI Euphorie und auch KI Willigkeit zeigt das die Leute also bereit sind im Unternehmen mehr im Bereich KI reinzudenken, als es bislang der Fall war.
00:12:54: Aber es ist immer noch ein längerer Weg bis wir da hinkommen, dass wir reale Daten haben.
00:12:58: und erst wenn wir realen Daten haben dann können wir auch wirklich die KI-Systeme bauen wie einen Impact haben oder eine Erwirkung haben auf weiter darüber publizieren dürfen.
00:13:09: das ist dann wiederum ne ganz andere Frage.
00:13:10: Ja klar sind die Firmen dann natürlich sehr darauf bedacht, dass die internen Daten nicht an die Öffentlichkeit geraten.
00:13:19: Welche anderen Grenzen haben Sie jetzt in Ihrer Arbeit noch erkannt bei der Simulation komplexer Prozesse?
00:13:29: Die Komplexität ist ja immer das eine.
00:13:31: Also je größer das System, umso mehr Abhängigkeiten habe ich auch Dinge die nebeneinander sind.
00:13:36: also wie weit möchte man die Simulation treiben?
00:13:40: und da gibt es immer immer in der Modellierung diese Frage der sogenannten Granularität.
00:13:44: also wie fein granular ist mein Modell?
00:13:47: welche Details will ich noch abbilden, welche Details möchte ich nicht abbild'n.
00:13:50: Das ist also immer ein günstlerischer Design-Entscheidung wie weit gehe ich rauf und runter?
00:13:56: Damit ergibt sich in der Petrienezwelt würde man sagen die Erreichbarkeitsmenge, allgemein würde man dann sagen die Menge der Zustände, die so ein System annehmen kann.
00:14:04: Und das Ziel ist ja immer, die herauszupicken wo es problematisch wird – und den Weg zu finden, der optimal ist!
00:14:09: Und je größer der Raum ist umso schwieriger ist das, umso mehr Gleiches der Suche.
00:14:15: Aber es ist ein spannendes Unterfangen, keine Frage.
00:14:19: Sie setzen das Simulationstool ja auch in der Hochschule ein.
00:14:24: zur Lehre.
00:14:25: Gibt es da Aha-Momente Erlebnisse bei den Studierenden?
00:14:30: Wo sie merken okay das eine ist die Theorie, das andere ist die Praxis und das findet dort auch irgendwo zusammen.
00:14:37: Hätte ich mir reisemittelhellig meine Studenten mitgebracht hätten die sich jetzt in den Portres mit einklingen können.
00:14:42: Aber tatsächlich gibt es, glaube ich ein paar Überraschungen.
00:14:44: Das Prost Simulation Center ist mehr als nur ein Modellierungs- und Simulationswerkzeug.
00:14:49: Es ist mittlerweile ein integriertes Management System.
00:14:52: Es hat etwas damit zu tun dass sich diesen Industriepark hintergrund habt.
00:14:54: das heißt wir haben für die Modellierung beispielsweise einen Freigabeprozess.
00:14:58: Das ist eine sehr wichtige Erfahrung in vielen Hochschulen.
00:15:02: wenn es ans Thema modellieren von Geschäftsprozessen geht dann malt man sie vielleicht auf dem Papier Klick die in irgendein Tool rein, in ein Zeichenwerkzeug und moduliert damit.
00:15:12: In der Industrie passiert noch etwas anderes.
00:15:14: es gibt Verantwortliche für die Geschäftsprozesse im Ganzen Und es gibt Leute, die leben.
00:15:19: diese Prozesse Die Prozess-Eignung müssen sie steuern.
00:15:23: Wir haben dann schließlich noch die Personen, die sie irgendwie ins Tool reinbringen und die müssen sich untereinander abstimmen.
00:15:27: Das heißt wir brauchen einen Freigabeprozess und diese Problematik der Freigabe prozesse des geordneten Miteinanderarbeitens wird leider sehr wenig vermittelt.
00:15:37: Wir machen das so, dass die Studenten Übungsaufgaben über das Tool bearbeiten und dann bitten sie um Freigabe ihres Ergebnisses.
00:15:44: Also die lernen an ihren Übungsaufgaben direkt wie es in der Firma läuft.
00:15:48: Wie muss ich eigentlich mich korrekt in so einer Firma unterhalten oder unterhalten?
00:15:52: Dass wir über gemeinsame Prozesse reden können.
00:15:56: Das ist eine Dimension.
00:15:57: Zweite Dimension dass wir nicht aufhören bei den Prozessen im Tool, sondern wir bauen Dashboards dazu und mit diesen Dashboards kann man dann das Simulationsergebnis nochmal visualisieren.
00:16:07: Und da gibt es dann oft so ein Aha-Erlebnis.
00:16:11: Bei dem Beispiel was ich erzählt habe mit dem großen Logistikunternehmen haben wir beispielsweise erst einmal nur diesen Außenverkehr des Lagers simuliert und als dann in einer damals Corona bedingt Videokonferenz die ersten LKWs wirklich über deren Wirtellenhof gefahren sind waren die so begeistert, weil sie hatten ihr Lager bislang nur auf Zeichen berättern und als Excel-Tabellen erlebt.
00:16:34: Und auf einmal wurde es sichtbar!
00:16:37: Auf einmal war ein Verständnis dafür da wir sind auf dem richtigen Weg.
00:16:40: Das sind sehr spannende Augenblicken und das erleben auch die Studenten, wenn's auf einmal anfängt von den einfach kleinen schwarzen Token zu etwas zu kommen.
00:16:48: Gestern haben wir beispielsweise in der Vorlesung die folgende Situation Kleine Zapwandlage in der Kneipe, da wird Bier, Wein und Limo aus großen Tanks rausgezapft.
00:16:57: Und wenn einer dieser Tanks fast leer ist, wird voll automatisch angestoßen in einem zweiten Netz das wieder aufgefüllt werden muss.
00:17:04: Auf einmal zu sehen dass Dinge die so nebenläufig in Firmen passieren, auf einmal ein Modell auch nebenläufe sichtbar werden.
00:17:11: Das sind solche AHA-Erlebnisse wo die Studentinnen und Studenten dann ganz oft erst mal erstaunt sind zu sagen wie hast du das gemacht?
00:17:19: Das heißt, die AHA-Erlebnisse sind jetzt sowohl bei den Studien als auch dann bei den Unternehmen.
00:17:24: Die mit diesen Simulationen anfangen zu arbeiten gleichermaßen vorhanden.
00:17:30: Ist das richtig?
00:17:31: Ja ja klar!
00:17:32: Darum geht es ja.
00:17:33: Wir machen an der Hochschule etwas was in einer Industrie so noch nicht gibt.
00:17:37: Wir haben ganz viele Dinge, wie es in der Industrie gibt aber wenn wir im Bereich der Forschung sind versuchen wir Dinge zu machen, die es eben doch nicht gibt für dies aber ein Problem gibt und auch einen Bedarf unserer Ansicht nach gibt und dafür wollen wir Lösungen produzieren.
00:17:51: Und wenn es dann so passiert, dass wir auf den Bedarf treffen und da für auf einmal eine Lösung haben mit der noch niemand gerechnet hat, dann hat man immer das AHA erlebt ist – und das macht die Arbeit eben schön!
00:18:00: Ja sehr spannend also.
00:18:02: einerseits dieses Zusammenspiel zwischen den Prozessen und der Visualisierung dieser und auch diese Sicherheit, dass man einen Standard reinbringt um dann ja das Ganze verbinden zu können Aber auch die Verbindung zwischen, wie man gesehen hat Hochschule und Praxisanwendung.
00:18:23: Vielleicht haben Sie noch einen Ausblick für uns auch.
00:18:28: Dieser Podcast heißt der ERP-Inside Wie die Zukunft von Prozesssimulationen Auch in Zusammenspielen mit ERP Systemen in Zukunft funktionieren kann?
00:18:41: Wir haben in den vergangenen Jahren immer ein Versprechen gehört.
00:18:44: das nannte sich Industrie für Pognull.
00:18:47: Das hat uns eine ganze Weile begleitet und in manchen versteckten Bereichen erlebt man es.
00:18:53: Ja, das ist also tatsächlich auch dazu kommt.
00:18:56: aber gerade im einer Supply Chain wenn ich mir das angucke wo's über viele Unternehmen hinweg geht, ist eigentlich dieser Industrie-Fürpunkt Nullgedanke noch für viele nicht greifbar.
00:19:06: Und da wachsen diese Welten sehr schön zusammen.
00:19:08: Also diese ERP Welt die Simulationswelt Die korrigieren der Inputdaten mit Erfahrungswerten dass wir sagen, okay nicht nur die aktuellen Bestellungen zählen sondern auch unsere Erwartungswerte was die Stornierung angeht.
00:19:21: Was die anderen Volumine angeht und so weiter.
00:19:24: Und das bietet noch ein großes Potenzial wie sich die Dinge weiterentwickeln können.
00:19:29: Manchmal hilft aber einfach.
00:19:31: auch sage ich mal die KI und die Simulation und auch das ERP-System nicht weiter.
00:19:37: dann gilt es immer noch, dass die Menschen improvisieren müssen.
00:19:39: manchmal kommt da etwas Wunderbares dabei heraus.
00:19:41: Ich erinnere mich an einen Urlaub mit meinen Eltern als ich Kind war.
00:19:44: Wir sind nach Riechenland geflogen.
00:19:46: Unsere Ferienanlage war überbucht, wir waren das Opfer und sind bei einer wunderbaren griechischen Familie in deren wunderschönen Ferienhaus im Hinterhof eingedienstet worden haben mit den Freundschaften geschlossen.
00:19:57: Also manchmal ist dieses menschliche Eingreifen etwas Wunderbares im Leben.
00:20:01: Sie haben ja im Rahmen der Hochschule sicher auch bei vielen Projekten mitarbeiten dürfen.
00:20:08: Warum denken sie dass ein so viele Projekte schon in einem Prototyp-Stadium stecken bleiben und nicht mehr weiter verfolgt werden.
00:20:19: Und was macht dann ein erfolgreiches Projekt aus, das es nicht scheitert?
00:20:26: Das Interessante ist ab wann sagt man, redet man eigentlich vom Scheitern?
00:20:30: Das ist ein sehr spannender Punkt.
00:20:32: vielleicht sollte man das erst mal machen.
00:20:34: Nicht immer ist die kommerzielle Reife, die sagt wenn ich die erreiche, dann ist es erfolgreich gewesen.
00:20:40: Es können ganz spannende Zwischenergebnisse sein die auf dem Weg dahin passiert sind, die aber gar nicht erst mal so sichtbar werden als Projektergebnis.
00:20:47: Und ich glaube, so viele Projekte scheitern erstmal nicht weil das gibt immer noch ein großes Lerneffekt.
00:20:53: Aber um es kommerziell erfolgreich zu machen müssen mehrere Dinge zusammenkommen.
00:20:56: Da muss also eine neue Innovation sein.
00:20:59: Es muss eine betriebswirtschaftliche und marketingtechnische Expertise da sein.
00:21:05: Das muss für genau diese beiden Themen eine leidenschaften Wille da sein.
00:21:09: Ich muss mit Leidenschaft meine Innovation verfolgen wollen Und meistens nicht dieselbe Person muss dann auch mit Leidenschaft das in einen Markt reinbringen wollen.
00:21:19: Dann gibt es noch eine vierte Komponente und da zögert zumindest in Deutschland beobachtet oft, und in Österreich befürchtigt wird's ganz ähnlich sein.
00:21:27: die Unternehmen sind sehr zögerlich was Investitionen angehen und gerade in heutigen Zeiten ist das nochmal verstärkt der Fall.
00:21:34: man muss dann mutig auch mal in etwas reingehen und mal versuchen neue Wege zu gehen neue wege zu beschreiten.
00:21:41: Die Bereitschaft zu fehlern, verbiert sich eigentlich mit der Größe der Unternehmen.
00:21:49: Je größer das Unternehmen ist umso geringer ist die Bereitsche von Management in der mittleren Ebene auch mal ein Risiko einzugehen bei dem man scheitert weil es auf einem Karriereweg des Managements nach oben oder ganz oft im Weg ist und das ist schade.
00:22:02: also man muss schon sehr hoch irgendwo in einer Hierarchie ansetzen um mal was neues Frisches ausprobieren zu dürfen.
00:22:07: in mehreren von ihren Fachbeiträgen, die wir so auf unserer Recherche Arbeit gefunden haben.
00:22:14: Beschreiben Sie einen Weg zu einem selbstoptimierenden System?
00:22:19: Gibt es da auch Trends, die massenmarktfähig sind und andere Sachen, die vielleicht noch nur passwört sind?
00:22:30: also sprich man hört sie einmal und vergisst sie dann nach kurzer Zeit wieder.
00:22:36: dem vorher Industrie-Führpunkt Null angesprochen, war ja auch lange ein Trendbegriff der mittlerweile nicht mehr so viel verwendet wird.
00:22:45: Was sind da die neuen stecken Pferde in Anführungszeichen?
00:22:49: Bleiben wir bei diesem Industrieführpunkt null Begriff vielleicht weil er so aufbauschen gewählt worden ist es in seiner Vergessenheit geraten obwohl das eigentlich weiterhin ein ganz relevantes Thema ist.
00:22:59: denn jetzt geht ja eine Optimierung von Abläufen Es geht um eine höhere Individualisierung von Produkten Es geht letztlich damit auch um eine gute Ausnutzung von Produktionsanlagen, Ressourcen und so weiter.
00:23:13: Und ein Gut heißt nicht eine möglichst vollständige Überall.
00:23:17: Für mich ist noch immer eine sehr spannende weitere methodische Herangehensweite die sogenannte Theory of Constraints, die Engpass Theorie.
00:23:25: Dieser Engpass-Theorie beschreibt dass es nicht darum geht in allen Bereichen einem Unternehmen den die optimale Ausleistung oder die höchste Auslastung zu erreichen, sondern den Durchsatz zu erhöhen.
00:23:36: Und dieser Herangehensweise, die von Goldrath beschrieben worden ist in sehr lesenswerten Romanien und die es auch bis heute immer wieder aufgegriffen wird – das sind Ansätze zur Optimierung, die sich davon abtrennen, dass man aus einer Kontrolling Finanzsicht aufs Unternehmen schauen sollte, sondern vielmehr auf eine durchsatz- und ergebnisorientierte Perspektive.
00:23:59: Ergebnis im Sinne von dem, was produziere ich am Ende.
00:24:03: Und es ist überhaupt nicht verwerflich wenn wir Einheiten in Unternehmen haben die mal nicht produktiv sind Wenn sie nicht entscheidend für den aktuellen Output dann ist das so.
00:24:13: und sich dann schnell von diesen Leuten zu trennen und sie rauszuwerfen kommt spätestens ein Jahr später auf die Unternehmen wieder zurück wenn Sie genau diesem Bereich dann doch wieder brauchen.
00:24:21: also man muss auch Mal eine Nichtvoll Auslastung in bestimmten Bereichen hinnehmen um über einen längeren Zeitraum aus erfolgreich zu sein.
00:24:28: Und warum das so ist, kann man bei Goldrats wunderbar nachlesen.
00:24:31: Zum Abschluss haben Sie vielleicht noch eine erste Empfehlung, die Sie einem Unternehmen mitgeben möchten, dass vermehrt auf Simulation und vielleicht auch auf KI setzen möchte?
00:24:42: Ich möchte den Unternehmen empfehlen gut ausgebildete junge Menschen von unseren Hochschulen einzustellen und nicht zu hoffen, dass man mit Low-Code Anwendung, bei dem man möglichst wenig nachdenken muss, die man nur ein bisschen zusammenstöpseln muss zur Optima kommt?
00:24:58: Nein, gut ausgebildete Menschen die kreativ erneuen Lösungen mitentwickeln können.
00:25:03: Das ist ein ganz wesentlicher Schritt für Unternehmen sich auch künftig weiter zu entwickeln und das würde ich als Ratschlag mitgeben wollen.
00:25:09: Professor Simon vielen Dank dass Sie sich die Zeit genommen haben und mit uns zu sprechen.
00:25:15: danke dass sie die Anreise genommen haben hier nach Kufstein und wir freuen uns dann schon von Ihnen zu hören zu sehen, wie es mit dem Process Simulation Center weitergeht.
00:25:28: Und damit Sie's nie wieder vergessen!
00:25:30: process-simulation.center.
00:25:32: Das ist auch gleichzeitig die Internetadresse auf der man diese Web App aufrufen kann.
00:25:36: Wunderbar!
00:25:36: Vielen Dank fürs kommen und bis zum nächsten Mal beim Podcast ERP Insight.
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